Die Neuigkeit des Tages lautet, dass Adobe den Flash Player als Browser-Plugin für mobile Devices einstellen wird. Nach langjährigen Versuchen, mit dem abgespeckten Flash Lite Fuß zu fassen, wurde vor ca. zwei Jahren der Flash Player für die mobilen Devices eingeführt. Aufgrund des Widerstands von Apple, den Flash Player in die iPhone-/iPad-Welt einziehen zu lassen, wandte sich Apple der Android-Plattform zu.

Mit dem heutigen Tag gibt sich Adobe nun geschlagen und verkündigt die Einstellung des mobilen Flash Players mit der Version 11.1.

However, HTML5 is now universally supported on major mobile devices, in some cases exclusively. This makes HTML5 the best solution for creating and deploying content in the browser across mobile platforms. We are excited about this, and will continue our work with key players in the HTML community, including Google, Apple, Microsoft and RIM, to drive HTML5 innovation they can use to advance their mobile browsers.

Betroffen von dieser Entscheidung ist somit in erster Linie das Android-Betriebssystem. Außerdem wird die Version für RIMs PlayBook eingestellt, dessen Absatzzahlen jedoch sowieso unterdurchschnittlich sind.

Allerdings bedeutet dies natürlich nicht, dass sich Adobe dem aufstrebenden mobilen Markt komplett entzieht. Adobe verfolgt weiterhin den eingeschlagenen Weg, Apps mit der Flash Plattform zu entwickeln und mittels Adobe AIR diese in allen wichtigen App Store (iOS, Android, etc.) zu bringen.

Adobe möchte sich außerdem auf den Desktop Flash Player fokussieren und nennt die Themenschwerpunkte „Gaming” und „Premium Video”. Interessant

Einige Gedanken von mir hierzu:

  • Man muss sagen, dass fast keine mobilen Flash-Inhalte existieren. Somit besteht/bestand eigentlich für einen mobilen Flash Player im Browser auch kaum Bedarf (zumindest auf dem Smartphone, Tablet ggf. etwas anders). Mir hat er auf dem iPhone/iPad nie gefehlt.
  • PR-technisch ist das Thema kritisch, da die Botschaft „Flash is dead” übermittelt wird (und nebenbei noch 750 Angestellten gekündigt wurde). Der Anfang vom Ende sozusagen … Dies könnte sich auch auf den Desktop Flash Player übertragen, was die Entwicklergemeinde sicher nicht vergrößern wird.
  • Die Plattform-übergreifende App-Erstellung mit Adobe AIR dürfte sicher der richtige Weg sein, da ich hier aus eigener Erfahrung sagen kann, dass am Markt auf jeden Fall Bedarf besteht (aus Kostengründe und um alle Kunden zu erreichen).
  • Außerdem geht ein entscheidender Vorteil verloren, dass der Flash Player nicht mehr den Anspruch erhebt, allgegenwärtig zu sein („ubiquitous”). Somit kann man Anforderungen besser gleich mit HTML5 umsetzen, was den Flash Player dann insgesamt in eine Nische drängen wird.
  • HTML5 ist zwar nett und sinnvoll, aber in vielen Szenarien noch nicht bereit für die „Prime-Time” (Stichwort Internet Explorer). Außerdem ist aus Flashentwickler-Sicht die Thematik HTML/JS/CSS natürlich technologisch in den meisten Fällen ein deutlicher Rückschritt in allen Belangen (Funktionsumfang, Entwicklungsumgebung, Programmiersprache, etc.).
  • Adobe hat aktuell überhaupt keine überzeugenden und fertigen Tools, mit denen man HTML5 erstellen kann.
  • Vieles, was sich in Flash sehr einfach erstellen lässt, ist mit HTML5/CSS/JS noch sehr aufwändig. Hier besteht sicher für Adobe die Chance, gute Tools am Markt zu platzieren.
  • … (könnte man noch vielen hinzufügen)

Was meint ihr dazu?