Viele Videos, die fürs Webs aufbereitet werden sollen, sind im Zeilensprungverfahren kodiert. Dies betrifft vor allem Rohmaterial in Standard-Definition-Auflösung (SD) und die High-Definition-Auflösung 1080i (i=interlaced).

Dies wirft bei der Anzeige z.B. als Flashvideo jedoch Probleme auf. Es entstehen Artefakte, wenn sich Objekte im Bild bewegen.

Im Folgenden eine kurze Übersicht, wie man damit beim Videoencoding fürs Web am besten umgeht.

Gleichzeitiges Anzeigen beider Halbbilder

Deinterlacing Beispiel - KammartefakteDie einfachste Form des Deinterlacing ist es, einfach beide Halbbilder gleichzeitig darzustellen.

In Bildbereichen ohne Bewegung liefert dies ein sauberes Ergebnis. Findet allerdings Bewegung im Bild statt (z.B. ein fahrendes Auto, Handbewegung, etc.), so kommt es zu Kammartefakten.

Die Kammartefakte sind zu erkennen an kleinen horizontalen Linien. Im Screenshot bewegt sich die Person von links nach rechts und befindet sich im zweiten Halbbild bereits an einer anderen Position wie im ersten Halbbild. Werden die beiden Halbbilder nun gleichzeitig angezeigt, entsteht dieser unschöne Effekt.

Allgemein spricht man deshalb bei diesem Verfahren eigentlich gar nicht von Deinterlacing.

Weglassen eines Halbbilds

Deinterlace Discard FieldEine simple Methode ist folgende: Man lässt einfach ein Halbbild weg. In Sorenson Squeeze heißt diese Einstellungen z.B. „Discard Field”, in anderen Programm auch „Skip field”.

Dadurch verschwinden die Kammartefakte. Allerdings gehen auch Bildinformationen, da ein Halbbild komplett verworfen wird.

Skip field DeinterlacingAuf der linken Seite der nebenstehenden Abbildung ist das Resultat zu sehen, wenn das Halbbild einfach verworfen wurde (siehe oben). Die Schrift ist ungenauer und unschärfer.

In der rechten Bildhälfte wurde mit einem besseren Verfahren gearbeitet. Man sieht, dass die Schrift schärfer ist, weil mehr Detailinformationen den Encodingvorgang überstanden haben.

Blending

„Blend” bedeutet, dass die fehlenden Zeilen jedes Halbbilds interpoliert werden. Aus diesen Vollbilder wird dann ein Mittelwert errechnet, quasi eine Überblendung. Dies entfernt die Kammarte ebenfalls, kann jedoch zu einer Art verwischen führen (ähnlich Bewegungsunschärfe).

Fortgeschrittene Verfahren

Die Empfehlung für gute qualitativ Ergebnisse lautet deshalb, eine möglichst fortschrittliches Deinterlacing-Verfahren zu verwenden. Diese sind in der Regel in der Encoding-Software mit „Adaptives Deinterlacing” und/oder „Motion Compensation” benannt.

Diese aufwändigeren Rechenverfahren versuchen herauszufinden, an welchen Stellen im Bild überhaupt Kammartefakte entstehen, um diese dann zu entfernen.

An dieser Stelle möchte ich auch auf wirklich umfangreichen und ausführlichen Deinterlacing-Artikel in der deutschen Ausgabe hinweisen. Er enthält auch eine animierte Illustration, wie verschiedene Deinterlacing-Verfahren funktionieren.