Wie bereits öfters in den vergangenen Jahren hat Codec-Experte Jan Ozer erneut eine interessante Codecanalyse auf der Website streamingmedia.com veröffentlicht. Aktuell gibt es einen Vergleich zwischen dem neuen Open Source Codec VP8 und H.264. Die Analyse zeigt, wie gut sich VP8 schlägt.

Als Encoding-Software verwendet er ein Prerelase von Sorensen Squeeze, das bekanntlich eine der besten H.264-Codecimplementierungen von MainConcept enthält. Außerdem vergleicht er Googles VP8 auch mit dem Open Source Codec x264, da dieser ebenfalls zu den besten gehört.

Qualitätsunterschiede zwischen H.264 und VP8

Generell kommt Ozer, dass bei hohen Datenrate (wie z.B. auch den von YouTube verwendet Einstellungen 2MBit/s bei 720p) kaum Unterschiede zu sehen sind. Bei geringen Datenraten hat H.264 einen leichten Vorsprung.

Though H.264 offers slightly higher quality than the VP8 codec used by WebM using the aggressive (e.g. very low data rate) parameters that I tested, at normal web parameters, you couldn’t tell the difference without a scorecard. Even as compared to H.264 files produces with x264, VP8 holds its own.

Dies zeigt, dass VP8 nun ein echter Konkurrent im Gegensatz zu dem bisherigen Open Source Ansatz Theora ist.

Encoding-Dauer

Beim Encoding in das WebM-Format ist der neue VP8-Codec ebenfalls noch etwas im Hintertreffen, da es etwas länger als das H.264-Encoding dauert. Allerdings laut Ozer im erträglichen Rahmen.

Bottom line is that WebM takes longer to encode, but the differential isn’t that great, and probably will only impact high volume shops.

Clientanforderungen

Bei den Anforderungen an den Client-Rechner kann H.264 punkten. Durch die steigenden Verbreitung an Hardware-Beschleunigung über die Grafikkarte (z.B. in Flash Player 10.1) wird die CPU des Clients weniger belastet.

Kosten

Für alle, die nicht in den Bereich der Lizenzrechte für H.264 fallen, die sowieso fürs Web bis 2016 nicht anfallen, ergibt sich aktuell finanziell kein Unterschied zwischen H.264 und VP8.

Fazit

Ozer kommt zu folgendem Fazit:

Overall, for those not charging for their video, H.264 is still a better solution, and given the rapidly increasing size of the GPU-accelerated installed base, will like remain so unless and until Google creates distribution channels that you can’t access with H.264.

Im Gesamten zeigt sich meines Erachtens das hohe Potenzial von VP8. Dagegen steht der Vorteil von H.264, der sich aufgrund der Verbreitung, des Alters und der Marktreife ergibt. Es wird sicher interessant zu beobachten sein, wie schnell Google hier aufholen kann.

Link: WebM vs. H.264: A Closer Look