4 Feb 2010
Der Beitrag MPEG-4: Alles zum Thema Lizenzrechte ist häufig gelesener Artikel hier im Blog. Da die Lizenzbedingungen von MPEG-4 nicht unbedingt einfach zu verstehen sind, herrscht bei vielen Unsicherheit, in welchen Fällen Kosten entstehen können.
Heute hat sich eine Neuerung ergeben: Für den Anwendungsfall „Internet broadcast” von MPEG-4 war bisher angegeben, dass bis Ende 2010 kein Gebühren verlangt werden. Deshalb lag nahe, dass danach Kosten entstehen. Die kostenfreie Nutzung wurde jedoch nun bis 2016 ausgeweitet.
MPEG LA announced today that its AVC Patent Portfolio License will continue not to charge royalties for Internet Video that is free to end users (known as Internet Broadcast AVC Video) during the next License term from January 1, 2011 to December 31, 2015. Products and services other than Internet Broadcast AVC Video continue to be royalty-bearing, and royalties to apply during the next term will be announced before the end of 2010.
Einer der Gründe, warum die kostenlose Nutzung im Internet weiter verlängert wird, dürfte die andauernde Diskussion um den Video-Codec in HTML5 sein (siehe auch Videos einbinden mit HTML5). Hier soll vermutlich die Position von MPEG-4 gegenüber „Konkurrenten” wie den komplett freien Codecs Theora und Vorbis (im Ogg Container) weiter gestärkt werden.
Link: MPEG-LA Pressemeldung (PDF)
Link: MPEG-4: Alles zum Thema Lizenzrechte
4 Kommentare zum Beitrag "Bis 2016: Keine Lizenzkosten für H.264 im Web"
Ein Aufschub bis 2016 ist erfreulich, ändert aber m.E. überhaupt nichts am grundsätzlichen Problem, das Mozilla von einem Umschwenken zu H.264 abhält.
Ich verstehe nicht, warum sich Apple und Google nicht endlich ein Herz fassen, das Konsortium bzw. die anderen Rechteinhaber auszahlen und die Lizenzkostenfrage damit ein für alle mal ad acta legen. Schon klar, dass die ganze Sache etwas komplizierter ist, aber solange diese Frage nicht endgültig geklärt ist, hat HTML5 m.E. keine Chance sich durchzusetzen. Angesichts des Barvermögens der beiden Unternehmen sollten die Kosten dafür doch fast aus der Portokasse zu begleichen sein ;)
Ich weiß, ich weiß, aber man wird ja noch träumen dürfen.. Hat jemand andere Ansätze auf welchem Wege sich das Problem lösen könnte?
Google und Apple sind ja nicht das Problem, die unterstützen H.264 und zahlen ihre Lizenzgebühren.
Firefox müsste jährlich ca. 5 Millionen zahlen, die sie auch aufbringen können. Allerdings wäre wohl die Lizenz nicht für Projekte (z.B. Linuxdistributionen) gültig, die Firefox beinhalten. Deshalb weigern sie sich.
Ist bei Chrome auch so, dass nur die Googleversion H.264 kann, nicht aber das darunterliegende Chromium Open Source Projekt.
Ich finde das eine gute Taktik. Sie warten jetzt bis jeder seine ganzen Medien in h.264 encodiert hat und dann hauen sie eine Gebühr drauf.
Für jeden.
KEINER hat lust seine ganzen Medien wieder in ein anders Format zu transcodieren.
Besonders nicht bei 1080i hd Filmen oder 4 Stunden Audiopodcasts, bei dem dann die Kapitelmarken eventuell fehlen würden.
Selbst wenn sie nur für die zukünftigen Medien eine Gebühr (Lizenzabgabe) verlangen können, so haben sie die ganzen Leute schon an ihre ganzen Tools und Arbeitsabläufe so sehr gewöhnt, so dass sie, wenn die Lizenzabgabe nicht so hoch ist, diese auch zahlen werden.
Da könntest du durchaus Recht haben :-) So läuft es ja meistens…
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